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Überholen immer nur mit Blick in den Rückspiegel

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Wenn ein Autofahrer nicht in den Rückspiegel schaut bevor er überholt und es bei dem Überholvorgang zum Zusammenstoß mit einem Einsatzfahrzeug kommt, so trifft ihn das volle Verschulden. Landgericht Coburg; Urteil vom 10.12.2008

Die Klägerin war in einer Autobahnbaustelle unterwegs. Ein vor ihr fahrendes Fahrzeug orientierte sich zum rechten Fahrbahnrand und verlangsamte die Geschwindigkeit deutlich. Als die Klägerin nach links ausscherte, um zu überholen, stieß sie mit dem von hinten kommenden Krankenwagen zusammen, mit dem gerade ein Patient in ein Krankenhaus gebracht werden sollte. Die Klägerin war der Auffassung, dass den Krankenwagenfahrer ein hälftiges Mitverschulden traf.

Das LG Coburg hat die Klage abgewiesen.

Nach Zeugenvernehmung stand fest, dass der Krankenwagen zum Unfallzeitpunkt mit Martinshorn und Blaulicht unterwegs war. Als sog. Wegerechtsfahrzeug kam ihm deshalb ein Anspruch auf "freie Bahn" zu. Der vor der Klägerin Fahrende hatte die Sonderzeichen auch bemerkt und deshalb abgebremst – anders als die Klägerin. Sie hatte vor dem Ausscheren nicht in den Rückspiegel gesehen und außerdem auch den Blinker nicht betätigt, so dass der Sanitätsautofahrer den Unfall nicht verhindern konnte. Die Klägerin musste daher ihren Schaden (rund 3.000 €) selbst tragen – und ihre Haftpflichtversicherung für den Schaden am Krankenwagen rund 10.000 € bezahlen.

Landgericht Coburg; Urteil vom 10.12.2008

[Aktenzeichen: 11 O 590/08]

 

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